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Hufschmiedetagung 2021

Am Samstag, 23.10.2021 fand nach gefühlt nie enden wollender Corona Pause nun endlich wieder eine Hufschmiedetagung statt. Knapp 50 Teilnehmer/innen durften wir heuer auf der VetMedUni Wien begrüßen, die den Vorträgen von mehrfachem Schweizer Meister Philipp Bühler, Hufbeschlagslehrschmied Stephan Becker, Tierärztin Mag.med.vet. Alexandra Kammerhuber & Hufschmied Lukas Juster und Tierärztin Dr.med.vet. Veronika Apprich interessiert folgten.

Im Vortrag von Philipp Bühler hat er uns neben dem fast schon beneidenswertem Ausbildungssystem der Schweizer Hufschmiede unter anderem noch seine Beschlagsmethodik näher gebracht. Anschließend hat er diese am Nachmittag auch noch praktisch vorgeführt. Beschlagen wurde der eher flach gewinkelte Wallach recht klassisch, jedoch trotz Zehenkappe mit frühem Abrollpunkt und der wie er sagte, der in der Schweiz fast schon standardisierten Trachtenlehne.

Hufbeschlagslehrschmied Stephan Becker hingegen, machte es in seinem Vortrag wieder mal deutlich wie wichtig es ist, für jedes Pferd individuell zu entscheiden, was denn jetzt der richtige Hufschutz für das jeweilige Pferd ist. “Das Hauptaugenmerk des Hufschmiedes sollte immer darauf gerichtet sein, was für das Pferd das Beste ist, und nicht auf das, was man persönlich am liebsten anfertigt.” Alles hat seine Daseinsberechtigung und kann eben genau für dieses eine Pferd das richtige sein und man soll sich nicht vor den modernen Materialien scheuen, sondern sie mehr als ein weiteres Teil betrachten, das man aus seiner Trickkiste hervorzaubern kann. Beschlagen wurde der Schimmel mit einem Kunststoff/Eisen Verbundbeschlag, wobei er uns einige Handgriffe gezeigt hat, mit denen er unter Beweis gestellt hat, dass man auch Kunststoffbeschläge auf verschiedenste Hufformen anpassen kann.

Was einige vielleicht noch nicht gesehen haben, war die Vorstellung der FormaHoof “Hufprothese”, die uns von Mag.vet.med Alexandra Kammerhuber und Hufschmied Lukas Juster näher gebracht wurde. Ich würde es als flexiblen Hornkapselersatz beschreiben, wo eine dünne Kunsthornschicht rund um den Huf angebracht wird. Der Huf wird dabei in eine flexible Form gestellt, die anschließend in Kombination mit einem Netz mit dem Kunsthorn aufgefüllt wird. So entsteht dann eine dünne, flexible Schutzschicht rund um die Hornkapsel die in Härtefällen, speziell bei Pferden mit Hufrehe, Hufkrebs oder White Line Disease ihre Stärken ausspielen kann. Auch wenn es jetzt vielleicht kein Produkt ist, das aufgrund der eher hohen Kosten jeder Hufschmied anbieten wird, sehe ich es trotzdem auf jeden Fall als Hufschutz den man unbedingt kennen sollte. Einige waren vielleicht schon mal in dieser Situation, dass man vor einem Huf steht, wo nicht mehr genagelt oder geklebt werden kann und vielleicht ein Hufschuh auch keine Alternative ist. Genau da könnte FormaHoof die richtige Wahl sein. Auch wenn ich das Material als eher hart beschreiben würde (es ist dem Horn des Pferdes im Härtegrad und der Flexibilität nachempfunden), hatten sie bis jetzt keine Probleme mit Sohlenempfindlichkeit oder Einschnürungen an der Hornkapsel. Wie mir Alexandra erklärt hat, ist das aufgrund des rund um die Hornkapsel geschlossenen “Systems” zu verdanken. Durch die Flexibilität werden Überbelastungen verteilt und ausgeglichen. Sollte der Abrieb bei Gewissen doch extremer sein, könnte man anschließend einfach noch einen Hufschutz aufnageln. In der Regel schafft es die künstliche Hornkapsel allerdings auf eine Haltbarkeit zwischen 6-10 Wochen.

Der letzte Theorievortrag am Vormittag wurde dann von Dr.med.vet. Veronika Apprich gehalten, in dem sie über Lahmheitsdiagnostik aus Sicht des Tierarztes und ihre Vorgehensweise im Akutfall sprach. Von diesem Vortrag konnte wohl auch jeder profitieren, denn es gab ausreichend Informationen über verschiedenste Lahmheitstypen und wie man diese erkennen kann. Weiters wurden speziellere Lahmheiten und Veronikas methodische Herangehensweise an die jeweiligen Fälle vorgezeigt. Ich denke, man kann sein Wissen gerade was das betrifft nie oft genug schulen bzw. sein Auge dahingehend trainieren. Gerade was bilaterale Lahmheiten betrifft, hat man mal wieder gesehen wie schwer es sein kann und was für ein trainiertes Auge man benötigt um auch nur ansatzweise zu erkennen von wo ein Problem ausgeht.

Anschließend gab es dann noch eine Verlosung, bei der die Hufschmiede teilnehmen durften.

Zu gewinnen gab es folgende Preise:

Wir möchten uns hiermit noch einmal bei allen Teilnehmer/innen für ihr kommen bedanken und natürlich auch ein riesengroßes Dankeschön an alle Sponsoren, die diese großzügige Verlosung überhaupt möglich gemacht haben. Wir hoffen, es konnte jeder etwas von der Tagung mit nach Hause nehmen, auch wenn es “nur” theoretisches Wissen war 😅 Es würde uns freuen, euch bei der nächsten Tagung wieder begrüßen zu dürfen.

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